Am gestrigen 23. Oktober 2009 um 9:00 Uhr ließ die Vergabestelle der DE-Domains (DENIC) die bisherige Blockade gegen die Registrierung von ein- bzw. zweistelligen Domainnamen fallen. Damit sind nun auch Domains wie tv.de oder pc.de möglich. Auch reine Zahlenkombinationen (123.de), KFZ-Kennzeichen und Namen von Top-Level-Domains (com.de, de.de) können (konnten) nun registriert werden. Das Interesse und der Andrang waren entsprechend groß. Die interessantesten Kombinationen waren innerhalb von Minuten vergeben.
Kritik gibt es nun an der Vergabepraxis für diese begehrten Kurzdomains. So gilt das bekannte Prinzip “First come – first served”. Dieses Verfahren hat sich in der Vergangenheit bewährt und dagegen ist grundsätzlich nichts auszusetzen, sofern der Grundsatz der Gleichbehandlung eingehalten wird. Und genau hier gibt es diverse Unregelmäßigkeiten.
Grund für den Kurswechsel der DENIC ist ein Urteil des OLG Frankfurt (AZ 11 U 32/04 (Kart)), welches der Volkswagen-Konzern im April 2008 nach einem mehrjährigen Rechtsstreit erwirkt hat. Demnach sah sich VW gegenüber einem Mitbewerber im Nachteil, der über eine ebenfalls kurze, wenn auch dreistellige Domain (hier: bmw.de) verfügt.
Einmal abgesehen von VW und O2, die ihre Markenrechte frühzeitig geltend gemacht haben, gab es eine Reihe bemerkenswerter Vorgänge. So ergingen bereits am frühen Freitagmorgen einstweilige Verfügungen des Bayerischen Rundfunks (BR) sowie des Hessischen (HR) und des Saarländischen Rundfunks (SR) und der Deutschen Welle gegen die Vergabe der Domains br.de, hr.de, sr.de und dw.de. Interessant sind auch die Ansprüche, die ein Mandant der Stuttgarter Anwaltskanzlei esb Rechtsanwälte anmelden ließ. Dieser ist offenbar Inhaber der Einbuchstabenmarken E, F und G sowie X, Y und Z. Auffallend sind auch die Häufungen von registrierten Domains, durch einzelne Registrare.
Bei 26 Buchstaben (Sonderzeichen ausgenommen) zuzüglich 10 Ziffern ergeben sich 36 einstellige Domains und 1.296 zweistellige Kombinationen. Zieht man die bereits registrierten und nicht registrierbaren Domains ab, bleiben immerhin 1.317 mehr oder weniger interessante Domainnamen übrig. Die 273 zur Registrierung zugelassenen DENIC-Mitglieder hätten diese laut Vergaberichtlinie innerhalb von 75 Sekunden registrieren können. Tatsächlich meldeten einige Registrare Probleme bei der Übermittlung der Daten. Somit lag die Zahl der Registrierungen laut Denic-Online-Monitoring gegen 9:20 Uhr bereits bei über 2.000. Die interessantesten Kombinationen sollten zu diesem Zeitpunkt also schon weg gewesen sein. Umso erstaunlicher ist, dass sich einige wenige Registrare über 20 Prozent der begehrten Kurzdomains in dieser kurzen Zeit sichern konnten.
Update: Nach Recherchen durch heise online gibt es eine einfache Erklärung für die scheinbar ungleiche Verteilung der registrierten Kurzdomains. Der Grund dafür sei eine Poollösung der Firma Bionic Reservation Service Ltd., die verschiedenen DENIC-Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurde. Attraktiv ist diese wohl deshalb, weil sie ihnen den Aufwand für entsprechende eigene Entwicklungen ersparte. Das Domain-Auktionshaus SEDO hatte sich um eine ähnliche Partnerschaft bemüht, diese jedoch in einem geringeren Umfang realisiert. SEDO hatte verschiedene Domains vorab meistbietend versteigert und sich recht zuversichtlich hinsichtlich der erfolgreichen Registrierung gegeben.
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DENIC vergibt zweistellige Domains
Am gestrigen 23. Oktober 2009 um 9:00 Uhr ließ die Vergabestelle der DE-Domains (DENIC) die bisherige Blockade gegen die Registrierung von ein- bzw. zweistelligen Domainnamen fallen. Damit sind nun auch Domains wie tv.de oder pc.de möglich. Auch reine Zahlenkombinationen (123.de), KFZ-Kennzeichen und Namen von Top-Level-Domains (com.de, de.de) können (konnten) nun registriert werden. Das Interesse und der Andrang waren entsprechend groß. Die interessantesten Kombinationen waren innerhalb von Minuten vergeben.
Kritik gibt es nun an der Vergabepraxis für diese begehrten Kurzdomains. So gilt das bekannte Prinzip “First come – first served”. Dieses Verfahren hat sich in der Vergangenheit bewährt und dagegen ist grundsätzlich nichts auszusetzen, sofern der Grundsatz der Gleichbehandlung eingehalten wird. Und genau hier gibt es diverse Unregelmäßigkeiten.
Grund für den Kurswechsel der DENIC ist ein Urteil des OLG Frankfurt (AZ 11 U 32/04 (Kart)), welches der Volkswagen-Konzern im April 2008 nach einem mehrjährigen Rechtsstreit erwirkt hat. Demnach sah sich VW gegenüber einem Mitbewerber im Nachteil, der über eine ebenfalls kurze, wenn auch dreistellige Domain (hier: bmw.de) verfügt.
Einmal abgesehen von VW und O2, die ihre Markenrechte frühzeitig geltend gemacht haben, gab es eine Reihe bemerkenswerter Vorgänge. So ergingen bereits am frühen Freitagmorgen einstweilige Verfügungen des Bayerischen Rundfunks (BR) sowie des Hessischen (HR) und des Saarländischen Rundfunks (SR) und der Deutschen Welle gegen die Vergabe der Domains br.de, hr.de, sr.de und dw.de. Interessant sind auch die Ansprüche, die ein Mandant der Stuttgarter Anwaltskanzlei esb Rechtsanwälte anmelden ließ. Dieser ist offenbar Inhaber der Einbuchstabenmarken E, F und G sowie X, Y und Z. Auffallend sind auch die Häufungen von registrierten Domains, durch einzelne Registrare.
Bei 26 Buchstaben (Sonderzeichen ausgenommen) zuzüglich 10 Ziffern ergeben sich 36 einstellige Domains und 1.296 zweistellige Kombinationen. Zieht man die bereits registrierten und nicht registrierbaren Domains ab, bleiben immerhin 1.317 mehr oder weniger interessante Domainnamen übrig. Die 273 zur Registrierung zugelassenen DENIC-Mitglieder hätten diese laut Vergaberichtlinie innerhalb von 75 Sekunden registrieren können. Tatsächlich meldeten einige Registrare Probleme bei der Übermittlung der Daten. Somit lag die Zahl der Registrierungen laut Denic-Online-Monitoring gegen 9:20 Uhr bereits bei über 2.000. Die interessantesten Kombinationen sollten zu diesem Zeitpunkt also schon weg gewesen sein. Umso erstaunlicher ist, dass sich einige wenige Registrare über 20 Prozent der begehrten Kurzdomains in dieser kurzen Zeit sichern konnten.
Update: Nach Recherchen durch heise online gibt es eine einfache Erklärung für die scheinbar ungleiche Verteilung der registrierten Kurzdomains. Der Grund dafür sei eine Poollösung der Firma Bionic Reservation Service Ltd., die verschiedenen DENIC-Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurde. Attraktiv ist diese wohl deshalb, weil sie ihnen den Aufwand für entsprechende eigene Entwicklungen ersparte. Das Domain-Auktionshaus SEDO hatte sich um eine ähnliche Partnerschaft bemüht, diese jedoch in einem geringeren Umfang realisiert. SEDO hatte verschiedene Domains vorab meistbietend versteigert und sich recht zuversichtlich hinsichtlich der erfolgreichen Registrierung gegeben.